Busexkursionen

Einmal im Jahr bietet der Verein für alle Interessierten eine Busexkursion an. Unser wissenschaftlicher Berater Sönke Grimm vermittelt unterhaltsam und fachkundig typische Themen der Landeskunde unserer Umgebung. So wurden in den letzten Jahren z.B. Exkursionen an die Westküste zum Thema Siedlungsgeschichte oder auch ein Besuch im Archäologisch-ökologischen Zentrum Albersdorf (AÖZA) durchgeführt. Auch haben wir uns bereits auf die Spuren der dänischen Herrscher begeben oder waren in Ostholstein den Slawen auf der Spur. Für Speis und Trank wird gesorgt.

 

Förderkreis Arnkiel –Park und Naturschutzverein Obere Treenelandschaft

Exkursion am 6. September 2014

 

Eiderreise von der Quelle bis zur Mündung

 

 

 

Am Arnkielpark treffen sich viele interessierte Teilnehmer zu dieser Exkursion.

Mitglieder der Vereine und Gäste freuen sich bei schönem Wetter auf diesen Tag.

Alles ist ideal, doch unser Wermutstropfen ist doch, dass unser Reisevorbereiter Sönke Grimm mit einem gebrochenen Fuß im Krankenhaus. Wir wünschen ihm, dass alles gut heilt. Da ist es tröstlich für uns, dass wir eine Doppelspitze haben. Wiebke Sach ist bereit, die Gesamtführung zu übernehmen, und wir sind ihr sehr dankbar dafür, und jeder erhält die vorbereiteten Unterlagen die Sönke Grimm ausgearbeitet hat. Nun wollen wir natürlich die Quelle der Eider sehen.

 

 

Die Fahrt geht auf der Autobahn bis Bordesholm, wo wir nach Osten abbiegen. Wir sind natürlich neugierig, und als der Bus bei Klein bzw. Großbuchwald hält, steigen wir vor einem Wald mit einem Ruheforst aus und wandern durch dieses Gebiet, ein bisschen bergauf und ab, denn wir haben es mit einem Moränengebiet zu tun. Ist hier die Quelle der Eider? Beginnt hier der Fluss, der Schleswig-Holstein

durchschneidet, früher Idedora hieß und um 800 das Heilige Römische Reich Deutscher Nation als Grenze von den Dänen im Norden trennte? Vor 150 Jahren begann an ihm der Schleswig-Holsteinische Krieg, und man überschritt ihn am 1. Februar. Wo war seine Quelle. Wir stehen an einer kleinen Brücke, unter uns ein etwas sumpfiges Gelände. Wir lernen, dass sich hier überall zwischen den buckeligen Moränen in den Tälern das Wasser sammelt und etwas zusammenfließt, hier mehr als auf der andern Straßenseite, wo das Gut Bothkamp mit 2  kleinen Seen liegt. Also hier beginnt dieser lange Fluss ganz unscheinbar, und so wird er uns auch voller Veränderungen seiner Gestalt begleiten, ein Konstrukt der immerwährenden Kulturveränderungen. Bei der Weiterfahrt streifen wir den Meierhof Siek, der zum Gut Bothkamp gehört. Der Verein Barkauerland betreibt hier verschiedene Aktivitäten zur Umwelt und hat einen großen Lehrpfad. Nun lassen wir die Dröge Eider hinter uns und suchen den engsten Durchbruch der Eider auf. In Flintbek hat sie es geschafft, die Moränen zu durchbrechen. Zwischen Bäumen und Sträuchern führt ein schmaler Weg über kleine Brücken durch diese zauberhafte Enge. Der Fluss kämpft sich in nördlicher Richtung noch durch weitere Moränen, verliert aber zuletzt an Kraft und kann die letzte nicht überwinden. So erreicht er sie vor Kiel und driftet nach Westen ab, kann nicht in die Ostsee münden.

 

 

Wir begleiten den Fluss, der den Westensee durchfließt und kommen nach Achterwehr. Hier befinden wir uns im Naturpark Westensee-Ahrentalersee auf einem wunderschönen Parkplatz dem Fluss gegenüber. Die Mittagspause bei diesem herrlichen Wetter ist ein Genuss. Die Eider aber wird bei Strohbrück den Nordostseekanal erreichen, wo sie eine Schleuse gebraucht hat. Aber über Schleusen hören wir mehr bei Kluvensiek, wo die eiserne Schleuse ein Relikt geschichtlicher Pracht ist.

Der alte Eiderkanal, auch mal Schleswig – Holsteinkanal genannt, war im 19. Jhd von großer Wichtigkeit und von sehr vielen Schiffen befahren, bis ihn der Nordostseekanal mit der Dampfschifffahrt verdrängte. Den überqueren wir sehr vergnügt bei Sehestedt.  

 

 

In Rendsburg, ehemals eine Insel, bildet sich die Eider neu, und wir begleiten sie, die nun Binneneider heißt, neben dem Kanal auf unserem Weg. Weil unser Programm zu vielfältig ist für einen Tag, klammern wir Teile der Eider aus und fahren direkt über Heide nach Tönning. Natürlich ist Ebbe, und die Untereider zeigt mehr Schlick als Wasser, trotzdem ist die Mündung der Eider mit dem Purrenstrom eindrucksvoll. Wir bleiben eine kurze Zeit in Tönning. Diese Stadt hatte ihre Glanzzeit unter Napoleon, als die Elbe für die Durchfahrt von Schiffen geschlossen wurde. Heute ist Tönning eine kleine Touristenstadt mit einem großen Packhaus.  Bei unserer Rückfahrt sehen wir noch einmal den Binnendeich der Eider und sind sehr dankbar für diese herrliche Exkursion. Wir hatten einen sehr lehrreichen Tag, aber er war nicht überfrachtet, es blieb Zeit zum Erzählen und Kennenlernen. Die Organisation war hervorragend und unsere Leiterin Wiebke Sach hat die Kompetenz von Sönke Grimm mit Bravour übernommen. Uwe Ketelsen hat die Reise toll organisiert, und wie wohltuend, Peter Autzen im Verein zu haben, der uns mit seiner ruhigen Fahrweise durch das Land führte. Der Himmel tat das Seine und die Exkursion war wunderbar, danke.   

 

(Wir danken Anneliese Köppen für diesen Bericht)

(Fotos: Klaus Brettschneider)

 

Exkursion 2013

Die Schlei von beiden Seiten erkundet

Die diesjährige Exkursion des Förderkreises Arnkiel-Park und des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft führte in die Schleiregion. Als Experten waren der Geologe und Prä-Historiker Sönke Grimm und die Biologin Dr. Wiebke Sach an Bord des vollbesetzten Busses, der von Claus Peter Autzen, Fa. Hansen-Borg sicher gefahren wurde. "Bei dieser Exkursion soll es um die Erkundung der 43 km langen und durchschnittlich 3 Meter tiefen Schlei, die die Landschaften Angeln und Schwansen voneinander trennt, gehen", sagt Uwe Ketelsen, Vorsitzender des Förderkreises bei seiner Begrüßung. Dabei gehe es um Geologie, Biologie und geschichtliche Ereignisse in dieser Region des Grenzlandes.

 

Der erste Stopp wurde am Haddebyer Noor eingelegt. Hier wurde von Sönke Grimm die Entstehung der Schlei in der Eiszeit erläutert und festgestellt, dass es sich bei der Schlei nicht um einem Fluss sondern ganz eindeutig um eine Förde (Fjord) handelt, der durch Gletscherzungen und Eiseinlagerungen in der letzten Eiszeit (ca. 120000 bis 12000 Jahre v.Chr.) entstanden ist. Wiebke Sach erläutert die Flora und Fauna der Uferbereiche und der Flachwasserbereiche des Noors mit dem leicht salzhaltigen Wasser (0,2 -0,3 %). Die geschichtliche Bedeutung der Schlei in der Wikingerzeit (um 1000 n.Chr.) mit ihrem bedeutenden Handelszentrum Haithabu und dem Bau der Waldemarsmauer (650 - 1150 n.Chr.) zum Schutz des dänischen Königreiches vor Angriffen aus dem Süden wurde den Teilnehmern deutlich gemacht. Mehrere Runensteine wurden besucht.

 

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Der zweite Stopp wurde bei der Ortschaft Kosel, an der "Großen Breite" der Schlei gemacht. Hier wurde deutlich, wie unterschiedlich der Verlauf der Förde in ihrer Ausdehnung und der Verschiedenheit der Uferbereiche sich darstellt. Während das Schleiufer in weiten Bereichen flach und sumpfig ist, findet man hier eine sich stetig verändernde Steilküste vor. Hier wurde auch die Qualität des Schleiwassers angesprochen, das durch starke Nährstoffeinträge nicht von bester Qualität ist. Den Ursachen und Quellen der Einträge werde intensiv nachgegangen, sagt die

Biologin Dr. Sach.

Der dritte Stopp fand in der Gemeinde Missunde statt, wo vor allem die geschichtlichen Ereignisse der Dänisch - Schleswig-Holsteinischen Auseinandersetzungen von 1848/50 und 1864 untersucht und erläutert wurden. Der Ortskern von Missunde, wo 1864 mehrere Häuser irrtümlich von preußischen Kanonen zerstört wurden und auf Kosten des preußischen Staates wieder aufgebaut wurden, war für die Teilnehmer der Exkursion eine sichtbare Hinterlassenschaft der damaligen Auseinandersetzungen zwischen Dänemark und Schleswig-Holstein/Preußen.

 

Beim 4. Stopp am Ulsnis - Strand wurde ein schmackhaftes Picknick eingenommen. Hier wurde die touristische Bedeutung der Schlei für das nördliche Schleswig-Holstein hervorgehoben. In zahlreichen kleinen Häfen und Buchten liegen, wie hier in Ulsnis auch, zahlreiche kleine Sportboote und wertvolle Segeljachten.

Auch beim 5. und 6. Stopp in Maasholm und Arnis, der kleinsten Stadt Deutschlands, wurden die Eigenarten der Schleiregion verdeutlicht. In Maasholm mit Blick auf Schleimünde, wurden von den beiden Moderatoren die Hafen- und Küstenschutzmaßnahmen unter Berücksichtigung des Naturschutzes erläutert. Die historischen, restaurierten Bootsliegeplätze für die kleinen Fischerboote sind eine touristische Attraktion des kleinen Fischerdorfes an der Schlei. Die Stadt Arnis hat 306 Einwohner und erhielt 1934 das Stadtrecht. Vier spezialisierte Werften für kleine Boote bieten den Bewohnern qualifizierte Arbeitsplätze.

Vollgestopft mit Wissen über die Schleiregion und müde von den Wanderungen und der langen Fahrt bei gutem Wetter, endet die Exkursion bei strömenden Regen. In zügiger Fahrt ging es jetzt heimwärts.

 

Exkursion 2012 

Ins Eider-Treene-Sorgegebiet

Eine Bildnachlese ohne Text

 

Exkursion 2011

Natur 2011 – Artenvielfalt zwischen Eckernförde und St. Peter

Eine gemeinsame Veranstaltung des Förderkreises Arnkiel-Park und des Naturschutzvereins Obere Treenelandschaft am 17. September 2011

Gestartet wurde am Sonnabend um 8.30 Uhr auf dem Parkplatz des Arnkiel-Parks mit einem vollbesetzten Bus von Hansen-Borg mit dem Fahrer Claus Peter Autzen. Als Referenten und Leiter der Tour hatten sich Sönke Grimm und Dr. Wiebke Sach zur Verfügung gestellt. Die Tour stand unter dem Motto: Ein kleines Land mit einer vielfältigen Natur und unterschiedlichen Landschaftsformen kennen lernen. 

 

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Zunächst wurde am Strand von Eckernförde die kontinuierliche Veränderung der Landschaft durch die Strömungsverhältnisse in der Eckernförder Bucht und die folgen eines Anstiegs des Meeresspiegels erläutert. Die Vegetation und die Vogelwelt an der Ostsee wurden von Wiebke Sach angesprochen.

 

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In Großwittensee wurde ein Buchenwald besichtigt und die Vegetation untersucht. Sönke Grimm berichtet über die Entwicklung der Waldbestände in Schleswig-Holstein in den letzten 2000 Jahren und über die Waldwirtschaft in unserem Land. Die Erweiterung der Nadelholzflächen zu Lasten der Laubholzflächen in den letzten 120 Jahren ist als dramatisch anzusehen. Man versucht heute das Nadelholz aus den gemischten Beständen durch Holzeinschlag zurück zu drängen.

 

Auf dem Aschberg wurde die dort noch erhaltene Knicklandschaft bewundert, die nach der Verkoppelung um 1820 entstanden ist und weitgehend erhalten wurde. Durch mehrere Flurbereinigungen haben sich die Landschaften grundlegend verändert, die Knicks wurden vielfach zugunsten größerer Flächen geschleift. Heute dürfen nach dem Landschaftsschutzgesetz keine Knicks mehr entfernt werden.

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In Heidbunge wurde im „Redderhuus“ über die Naturparks „Hüttener Berge“ informiert und anhand von Landschaftsdarstellungen die Entwicklung der Landschaft nach derletzten Eiszeit demonstriert.monstriert.Am Wittensee, einem nach der Eiszeit entstandenen „Tiefensee“, wurde von Sönke Grimm die über Jahrtausende stattfindende Verlandung des Sees erläutert. Wiebke Sach referierte über die Vegetation am Uferbereich und die dadurch fortschreitende Verlandung.
In einer Landschaft mit gut erhaltenen Knicks wurden der Bewuchs und die Bedeutung dieser Koppeleinfriedigung für die Tierwelt und die Umwelt erläutert. Insbesondere wird die Landschaft vor Erosion geschützt und bildet ein wertvolles Rückzugs- und Entwicklungsgebiet für vielerlei Kleintiere und Insekten.

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In Sorgwohld wurde im dortigen Naturschutzgebiet die sehr gut erhaltene und gepflegte Heidelandschaft mit bewachsenen Binnendünen, eine Landschaftsform aus der letzten Eiszeit,besichtigt.

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In Meggerdorf konnte eine große zusammenhängende Hochmoorfläche besucht werden. Sönke Grimm und Wiebke Sach erläuterten die Entstehung der Moore und die Bedeutung dieser Landschaft für Natur- und Umwelt. In der Ferne konnten sogar drei Kraniche bewundert werden. Lästig für die Besucher waren hier die aggressiven Mückenschwärme, die ihren Blutdurst zu stillen versuchten.

 

Schließlich wurde in Süderstapel die große Eiderschleife besucht. Sönke Grimm erläuterte, wie sich der Verlauf des Flussbettes durch die Strömungsverhältnisse im Verlauf der Jahrhunderte verändert hat und weiter verändert, sowie die Entstehung der Flussschleifen (Mäander) und deren Veränderung durch die Strömung.

Über Friedrichstadt ging es dann nach einem schönen, aber anstrengenden Tag nach Hause. Wir bedanken uns bei den beiden Leitern der Exkursion, Dr. Wiebke Sach und Sönke Grimm, sowie bei dem Fahrer, Claus Peter Autzen, für seine sichere Fahrweise. Wir freuen uns schon auf die Fahrt im kommenden Jahr.


 

Hans Petersen

Exkursion 2012

Tour in die Eider- Treene- Sorge- Niederung

Auch in diesem Jahr hatte der Förderkreis Arnkiel-Park und der Naturschutzverein Obere Treenelandschaft gemeinsam zu einem Ausflug in die Eider- Treene- Sorge-Niederung eingeladen um die Tier- und Pflanzenwelt dieser Region kennen zu lernen und auch die Stille und Ruhe in dieser Naturlandschaft zu genießen. Mit einem vollbesetzten Bus ging es in diese einzigartige Flusslandschaft. Hier ging es zunächst zum letzten vorhandenen Flachsee bei Hohn (Honer See) und zur Sandschleuse bei Meggerdorf. Sönke Grimm informierte die Teilnehmer über die Entwässerungstechnik dieses Gebietes in früheren Zeiten. Dr. Wiebke Sach erläuterte die seltenen Pflanzenarten, die in dieser urwüchsigen Landschaft gedeihen und diese Region zu einem Gebiet mit hohem Naturschutzwert machen. Im Naturschutzgebiet Wildes Moor bei Schwabstedt begeisterten die Bemühungen des Naturschutzvereins, die Besucher auf Holzstegen mit vielen Infotafeln durch das wunderschöne Moorgebiet zu führen.   Nach dem traditionellen  Picknick an der Treene bei Schwabstedt wurde das Storchenmuseum Bergenhusen besucht und schließlich in Friedrichstadt eine Führung im Stadtkern angeboten.

Alle Teilnehmer waren sich einig: Das war wieder eine sehr gut geplante und begleitete Tour durch Schleswig-Holsteins schönste Naturschutzgebiete auf der mittleren Geest. 

Bildnachlese:

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