Der Name

Propst Magister Troels Arnkiel – wer war das?

Die Entwicklung des archäologisch-landeskundlichen Parks Munkwolstrup stand von Beginn an unter dem Eindruck der Person Troels Arnkiels, dem die anfangs gegebene Beschreibung der Lokalität um 1690 verdankt wird. Es war damit naheliegend, die Parkanlage ihm zu Ehren als Arnkiel-Park zu benennen, zumal sein Leben und Wirken eine Art Spiegelbild sowohl regionaler als auch landesprägender Ereignisse und Entwicklungen darstellt. Nachstehend geben wir diese schlaglichtartig wieder:

Troels Arnkiel wird 1639 in Toldsted bei Apenrade im nördlichen Landesteil des Herzogtums Schleswig geboren, das seit 1460/61 („Ripener Vertrag“) mit dem Herzogtum Holstein in Personalunion verbunden war. In beiden Landesteilen gab es dennoch unterschiedliche hoheitliche Besitzverhältnisse, deren Hauptanteile auf den dänischen König und den Herzog von Gottorf (Schleswig) entfielen.

 Diese Tatsache sollte sich unmittelbar auf das Leben von Troels Arnkiel auswirken. Er selbst ist Nachfahre in Toldsted (deutsch „Zollstelle“, bzw. „-stätte“) ansässiger Zöllner.

Nach dem Besuch der Lateinschulen in Lübeck und Reval (heutiges Tallinn, Estland) studiert Arnkiel in Dorpat (heutiges Tartu, Estland), Leipzig und an der vom Gottorfer Herzog Christian-Albrecht (1641-1695) im Jahre 1665 gegründeten Kieler Universität mit dem Ziel, sich für ein kirchliches (lutherisches) Amt zu qualifizieren. 1670 schließt er sein Studium in Kiel mit dem Magistertitel ab und wirkt dort bis 1672 als Prädikant an der Klosterkirche, die in der Folgezeit auch zur Universitätskirche avancierte. Noch im selben Jahr wird Arnkiel Hauptpastor im gottorfischen Apenrade und als Probst für den zugehörigen kirchlichen Bezirk eingesetzt.

Kupferstich

aus dem Buch von Troels Arnkiel von 1702.
Er zeigt die Munkwolstruper Großsteingräber LA 28 und LA 29.

Kupferstich

aus dem Buch von Troels Arnkiel von 1702.
Er zeigt die Munkwolstruper Großsteingräber LA 28 und LA 29.

1684 treibt ihn die vom dänischen König Christian V. vorgenommene Annexion des gottorfischen Anteils im Herzogtum Schleswig in die Emigration, da er sein amtliches Wirken dort aufgrund der eidlichen Bindung an Herzog Christian-Albrecht nicht mehr aufrecht erhalten kann. 1684-1689 wirkt Arnkiel als Interimsprobst in Kiel und in den gottorfischen Landesteilen im Herzogtum Holstein. 1689 kehrt er nach der auf Druck europäischer Großmächte aufgehobenen Annexion nach Apenrade zurück und wird wieder in seine vorher bekleideten Ämter eingesetzt.

Bis zu seinem Tod im September 1712 verfasst Arnkiel, der seit seinem Studium den Vornamen „Troels“ damaligen akademischen Gepflogenheiten gehorchend zu „Trogillus“ latinisierte, zahlreiche geistliche Schriften, in deren Grenzbereich sicherlich auch solche Beiträge anzusiedeln sind, in denen er dem Wesen der heidnischen Vorfahren nachzuspüren gedenkt. Einem dieser Beiträge verdanken wir die eingangs zitierten Zeilen zu den Munkwolstruper „Heydengräbern“. Dadurch avanciert er gleichsam beiläufig zu einem der frühesten regionalen Altertumsforscher.